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Wie wurde der Columbus Day zum Nationalfeiertag? Die überraschende Geschichte hinter der umstrittenen Feier

 How Did Columbus Day Become a National Holiday? The Surprising History Behind the Controversial Celebration

Hallo, Feiertagsfans! Hier ist euer kleiner Feiertagsassistent mit einem weiteren tiefen Einblick in den amerikanischen Kalender. Heute widmen wir uns einer wichtigen Frage, die in letzter Zeit immer wieder aufgetaucht ist: Wie wurde der Columbus Day zum Nationalfeiertag? Schnall dich an, denn in dieser Geschichte geht es um italienische Einwanderer, politische Machtspiele und einen völlig falschen Seefahrer aus dem 15. Jahrhundert!

Die kurze Antwort? Danke an den italienisch-amerikanischen Stolz

Bereits 1892 (400 Jahre nach Kolumbus‘ berühmter „Ups, ich dachte, das wäre Asienreise“) rief Präsident Benjamin Harrison den Kolumbus-Tag aus, um die Spannungen nach dem Lynchmord italienischer Einwanderer in New Orleans zu beschwichtigen. Italienisch-amerikanische Gemeinden klammerten sich an Kolumbus als Heldenfigur, um Vorurteile zu bekämpfen, und in den 1930er Jahren entwickelten sie aus lokalen Paraden eine regelrechte nationale Kampagne. Der eigentliche Wendepunkt? Als Roosevelt den Tag 1937 nach intensiver Lobbyarbeit der Kolumbusritter und anderer katholischer Gruppen zum bundesweiten Feiertag erklärte.

Fragen zum Feiertagsstatus des Columbus Day

Warum war Kolumbus den italienischen Einwanderern so wichtig?

Hier ist der springende Punkt: Im späten 19. Jahrhundert wurden italienische Einwanderer brutal diskriminiert (Zeitungen nannten sie „Dagos“ und in Stellenanzeigen hieß es: „Italiener sind nicht gefragt“). Kolumbus – der bereits als „amerikanischer Gründer“ in den Geschichtsbüchern stand – als einen der ihren zu bezeichnen, wurde zu einer Art zu sagen: „Wir gehören hierher!“ Dabei spielte es keine Rolle, dass Kolumbus nie einen Fuß auf den Boden Nordamerikas gesetzt hatte und Genua (sein Geburtsort) zu seinen Lebzeiten noch nicht einmal zu Italien gehörte. Die Symbolik blieb hängen!

Was änderte sich 1937?

Stellen Sie sich Folgendes vor: Die Kolumbusritter (eine katholische Bruderschaft) hatten inzwischen 300.000 Mitglieder. Roosevelt brauchte ihre politische Unterstützung für die New-Deal-Politik. Als sie sich vehement für die Anerkennung durch die Bundesregierung einsetzten, gewährte Roosevelt Amerika den ersten Kolumbustag – zunächst allerdings nur durch eine präsidiale Proklamation. Erst 1968 wurde er unter LBJ zum dauerhaften jährlichen Bundesfeiertag!

Warum ist der Columbus Day heute so umstritten?

Oh Mann, wo soll man da anfangen? Moderne Historiker weisen darauf hin, dass Kolumbus 1) nie das amerikanische Festland erreichte, 2) den transatlantischen Sklavenhandel begann und 3) Gräueltaten an der indigenen Bevölkerung der Taíno beaufsichtigte. Städte, die stattdessen den Tag der indigenen Völker feiern, sind nicht nur „woke“ – sie korrigieren, was viele als „400 Jahre Glorifizierung des Kolonialismus“ bezeichnen. Selbst Italiens eigene Nachkommen sind gespalten; manche ziehen es vor, stattdessen den Monat des italienischen Kulturerbes zu feiern.

Wird der Columbus Day noch in allen Staaten gefeiert?

Weit gefehlt! Bis 2024 haben 14 Bundesstaaten plus Washington D.C. den Columbus Day komplett abgeschafft, während weitere 10 sowohl den Columbus Day als auch den Tag der indigenen Völker feiern. Die Bundesregierung gewährt ihren Arbeitnehmern immer noch freien Tag (tut mir leid, die Post!), aber Bundesstaaten wie Alaska und Hawaii haben sich von Anfang an nicht daran gehalten. Interessante Tatsache: South Dakota nennt ihn seit 1990 „Native American Day“!

Könnte der Columbus Day landesweit abgesagt werden?

Es ist möglich! Biden war der erste Präsident, der 2021 den Tag der indigenen Völker parallel zum Kolumbus-Tag anerkannte. Mit zunehmender Dynamik (und der Erkenntnis, dass jüngere Generationen die schmutzige Wahrheit über Kolumbus erfahren) hat der Kongress mehrere Gesetzesentwürfe verabschiedet, um den Feiertag vollständig zu ersetzen. Da 18 Millionen Italoamerikaner jedoch immer noch emotional mit dem Tag verbunden sind, wird sich jede Veränderung nur langsam vollziehen.

So, da haben wir es: Der Columbus Day entwickelte sich von einer PR-Aktion zur Beruhigung von Einwanderern zu einem bundesweiten Feiertag voller politischer Absprachen und schließlich zu einem der umstrittensten Feste Amerikas. Ob man ihn nun als Hommage an das italienische Erbe oder als schmerzhafte Erinnerung an den Kolonialismus betrachtet, eines ist klar: Feiertage entwickeln sich im Zuge der Auseinandersetzung Amerikas mit seiner Vergangenheit weiter.

Danke, dass ihr mit mir geblieben seid, Leute! Denkt daran: Wenn wir die Geschichte eines Feiertags verstehen, können wir ihn sinnvoller feiern (oder dagegen protestieren). Habt ihr noch ein weiteres Problem mit dem Feiertag? Euer kleiner Feiertagsassistent hilft euch gerne weiter!

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